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Der frühe Vogel…

Philadelphia. Look & See – Tag 2. Eigentlich Tag 1. Nach der gestrigen Ankunft heißt es heute dank Jetlag und Kleinkind um 4 Uhr aufstehen. Immerhin gibt uns das etwas Zeit gemeinsam bevor der Papa ins Büro muss.

Ich schaue aus dem riesigen Fenster des Apartments im 36. Stock. Es ist noch dunkel. Die fahrenden Autos, die leuchtenden Werbeschilder und trotz der nächtlichen Stunde bewegten Lichter der Stadt erwecken wieder dieses Freiheitsgefühl in mir. Die anfängliche Enttäuschung weicht langsam der Zuversicht und Freude, diese neue Stadt zu entdecken. 

Der Krümel und ich haben heute bereits unseren ersten Termin mit einer „International Destination Service Consultant“. Sie zeigt uns die Stadt: Wohngegenden, Spielplätze und alles andere, was Philly so zu bieten hat. Ich bin froh, eine Aufgabe zu haben und damit die Tage, an denen mein Mann im Büro ist, nicht ziellos abzuhängen. Es hilft mir, einen Plan zu haben, wann wir was anschauen. Fast sind wir schon so verplant und geschäftig wie daheim in NRW: Termin mit der Consultant, SIM-Karte besorgen, Hygieneartikel und Essen für den Krümel kaufen, dafür geeignete und nicht so überteuerte Läden finden (immerhin weiß ich von meinen bisherigen USA-Aufenthalten wie teuer diese Produkte hier sind). Museen und Sehenswürdigkeiten erkunden, Wohnviertel beschauen, und vllt etwas Shopping… in den nächsten Tagen folgen dann weitere Termine: Team-Koch-Abend bei der Chefin meines Mannes, Wohnungen besichtigen, Kitas besuchen, Vororte anschauen, nochmal Abendessen mit der Chefin des Mannes. 


Die Sonne geht auf und auch mein Tatendrang erwacht… ich will mir endlich diese Stadt anschauen. Und ich brauche dringend eine amerikanische SIM-Karte. Ganz dringend. Immerhin MUSS ich meine Erfahrungen und Eindrücke direkt mit unseren Lieben in Deutschland und anderswo per WhatsApp teilen können. Denn geteiltes Leid ist halbes Leid, und geteilte Freude ist doppelte Freude. Bei mir zumindest.


Meinen Mann stört das schon immer ein wenig, mein Mitteilungsbedürfnis. Er ist da ganz anders. Aber geheiratet hat er mich trotzdem. Zum Glück. Und nun muss er mit diesem Blog leben. Der Arme. Aber zurück zu meiner SIM-Karte. Google hat mir einen T-Mobile-Shop gefunden. Wir kommen aus dem Hotel, die Sonne scheint, der Wind weht eine starke frische Brise. Ich kann förmlich spüren, wie die  Sonnenstrahlen von meinem Körper aufgesogen und in Vitamin D umgewandelt werden. Der Wind lässt mich jeden Zentimeter meines Körpers spüren. Wunderbar.


Ich spaziere mit dem Krümel in Richtung Downtown. Noch scheint alles ziemlich ruhig. Geschäftigkeit kommt nur von den mit Kaffeebechern bewaffneten Menschen auf ihrem Weg zur Arbeit. Auch ich spendiere mir, ganz amerikanisch, einen Coffee to go. Viele der Geschäfte öffnen erst um 10 oder 11 Uhr. So auch unser T-Mobile-Shop. Es ist kurz vor zehn als wir dort ankommen und wir stehen noch vor verschlossenen Türen. er öffnet erst um 11. Was macht also Frau, wenn sie eine gute Stunde totschlagen muss? Richtig! Die Läden besuchen, die bereits geöffnet haben. Schließlich lernt man eine neue Stadt doch am besten über seine Shopping-Möglichkeiten kennen, oder? Da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, geht auch der Krümel ganz gern shoppen. Er mag besonders Schuhgeschäfte… und sucht sich prompt ein paar Sneaker aus.

Mit ausreichend Koffein und steigendem Vitamin D-Gehalt im Körper bei Mama sowie der Freude über ein neues Paar Schuhe beim Kind sind wir eine Stunde später wieder am T-Mobile-Shop. Fünfzehn Minuten später und 35 Dollar ärmer bin ich Besitzerin einer US-amerikanischen Nummer und kann endlich wieder auch unterwegs per WhatsApp alle Lieben an meinem Leben teilhaben lassen. HALLELUJAH! 🙂

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