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Mutter Natur

Philadelphia. 11. März 2020. Ich habe mir für diese Woche ein paar Ausflüge vorgenommen. Nachdem wir am Montag unsere Social Security Number beantragt haben, war der Plan am Dienstag, in den Zoo zu gehen. Wir haben allerdings ein Problem: wir sind alle Langschläfer, bzw. nicht die schnellsten morgens. Wir brauchen alle so unsere Zeit, um fertig zu werden, zu essen, etc.
Der Mann muss hier schon ziemlich früh los ins Büro, aber der Krümel und ich dödeln so vor uns hin, auch wenn wir „schon“ 7 Uhr aufstehen. Aufräumen hier, frühstücken da, Wäsche waschen, abwaschen, ect, dann gehe ich duschen und der Krümel bemalt dabei die Duschwand mit Bade-Kreide (beste Anschaffung hier schlechthin).

Dann facetimen wir noch mit dem ein oder anderen…. und schwups, ist es 12 Uhr. Mittagszeit.  Und wenn wir dann bereit sind loszugehen, schläft der Krümel direkt im Kinderwagen oder dem Auto ein. Dann lohnt es sich nicht, zum Spielplatz zu gehen oder in den Zoo. Also nutze ich die Zeit und gehe einkaufen oder erledige zu Hause was. Nun schläft der Krümel derzeit gut zwei bis zweieinhalb Stunden mittags. Und da der Zoo, der gestern geplant war, nur bis 17 Uhr auf hat, der Krümel aber bis 16 Uhr geschlafen hat, fiel das aus. Soweit also zum Plan.  

Heute waren wir glücklicherweise ganz diszipliniert. Wir hatten uns für ein Treffen der Free Forest School Philadelphia angemeldet. Den Tipp hatte mir eine Freundin gegeben und ich war direkt begeistert und habe über Facebook Kontakt aufgenommen. Bei der FFS handelt es sich um eine Elterninitiative, die Treffen und Kindern in Begleitung eines Erwachsenen zum Spielen in der Natur organisieren. An verschiedenen Tagen treffen sich die initiierenden Eltern (meist Mütter) dann in unterschiedlichen Orten in der weiteren Umgebung Phillys. Erst trifft man sich, teilt die selbst mitgebrachten Snacks, lernt sich kennen oder smalltalk talked, und dann gibt es einen Wald-/Naturspaziergang. Die Kids können dabei frei spielen und die Natur erkunden. Soweit die Theorie. Da der Wetterbericht für heute, Mittwoch, sehr gut aussah, kalt aber sonnig, entschied ich mich für das Mittwochs-Treffen im Ridley Creek State Park, ca 35 Autominuten von unserer Wohnung entfernt, also ein amerikanischer Katzensprung. Die Anmeldung geschieht auf Facebook per Zusage für das Event. Zwar hatten nur vier Personen ihre Teilnahme bestätigt, aber wir freuen uns über jeden neuen Kontakt und ließen uns davon nicht abschrecken.

Am Morgen bereits waren es aber nur noch drei und dann informierte uns noch die Initiatorin, dass ihre Tochter mit Fieber aufgewacht sei und sie leider nicht kommen könne. Wir sollten uns aber gern alleine treffen. Da wir nun nur noch zu zweit waren, ich aber schon auf dem Weg, schrieb ich die mir noch persönlich unbekannte Mama an, um Bescheid zu geben, dass wir trotzdem kommen. In der Winterzeit ist kurzfristiges, krankheitsbedingten Absagen ja nichts ungewöhnliches und immer mit zu rechnen. Nach kurzer Verwirrung um die offizielle Einfahrt und Suche des Treffpunktes (wenn man dann den Park einmal kennt, ist‘s super easy), kamen wir etwas zu spät an und… waren ganz alleine dort. Die Lust, in die Natur zu gehen und frische Luft zu genießen, ließ und aber nicht verzweifeln oder traurig sein. Und so haben wir unseren mitgebrachten Snack selbst gegessen und genießen nun das schöne Wetter, die klare Luft und die Weite dieses Landes. Herrlich. Der Krümel spielt fröhlich auf einem Spielplatz, der neben einem der Picknick- und BBQ-Plätze gelegen ist, und ich sitze auf einer Bank in der Sonne und habe ein paar Minuten zum Schreiben und Lesen. 

Sehr viel haben wir von diesem riesigen Gelände noch nicht gesehen, aber von mir gibt es dennoch eine klare Empfehlung. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Und dann auch hoffentlich andere Familien kennenlernen. 

EDIT: Die andere Mama hat sich später über Facebook noch gemeldet und sich tausend mal entschuldigt, dass sie nicht kam. Sie dachte fälschlicherweise, dass ich eine von den Mamas sei, die sich in den letzten Wochen immer angemeldet, aber nie gekommen sei, und kam deshalb auch nicht. Sehr viel später hatte die dann meine Nachricht erst gelesen. Wir sind nun für nächste Woche dort verabredet. 

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